Die Flora von Mallorca
Das mediterrane Klima auf Mallorca mit trockenheißen Sommern und milden, niederschlagsreichen Wintern, hat eine Vegetation entstehen lassen, die sich gut an diese Bedingungen angepasst hat. Die meisten Pflanzen sind immergrün. Um in den Monaten Mai bis September, wenn es nur sehr wenig auf Mallorca regnet, geschützt zu sein gegen Austrocknung und Verdunstung, haben die Blätter der Hartlaubgewächse eine ledrige Oberfläche gebildet. Sukkulenten sammeln das kostbare Nass in Blättern, Wurzeln und Stängeln. Andere Pflanzen wiederum überstehen die Trockenzeit als Knolle oder Zwiebel, um im Herbst, wenn die ersten Regenschauer fallen, wieder neu auszutreiben. Gegen die Sonneneinstrahlung haben viele Pflanzen eine Art Schutzfilm durch ätherische Öle entwickelt. Diese ätherischen Öle verursachen den charakteristischen Duft der Mittelmeerpflanzen. In den Monaten März bis Mai blüht es am üppigsten auf Mallorca. Ende September, nach den ersten kräftigen Schauern nach dem langen heißen Sommern, gibt es eine zweite, nicht mehr so prächtige Blütezeit.
An den Sandstränden im Osten der Insel, sowie in der Bucht von Alcudia, sind natürliche Dünengebiete erhalten geblieben. Die Pflanzen in diesen Dünengebieten müssen während des Sommers mit starker Austrocknung zurechtkommen, da das Mallorca Wetter sehr wenig Regen mit sich bringt. Trotz ständiger Überwehung mit Sand hat sich hier eine artenreiche Flora entwickelt. Stranddistel und Dünentrichternarzisse zum Beispiel, widerstehen diesen widrigen Umständen und entwickeln sich prächtig, auch begünstigt durch eingeleitete Schutzmaßnahmen. Landeinwärts wird die Dünenvegetation durch Aleppokiefern abgelöst. In den Wintermonaten blüht zwischen den Aleppokiefern die Heide, eine verwandte unserer Erika. Zahlreiche Wildorchideen wie Knabenkräuter, Ragwurz u.a. wachsen und gedeihen ebenfalls hier.
Durch Brandung und Wind sind viele Pflanzen an der Küste einem salzhaltigen Sprühnebel ausgesetzt. Viele der hier wachsenden Pflanzen besitzen daher als Schutz gegen das Salz dickfleischige Blätter. Sehr bekannt ist der Meerfenchel, dessen eingelegte Blätter gerne zum pa amb oli gegessen werden. Die Küstenstreifen der Serra de Tramuntana sind mit Aleppokiefern bewachsen. Die durch den hohen Terpentingehalt leicht brennbaren Aleppokiefern haben noch einen weiteren Feind. Die Raupen des Prozessionsspinners, eines kleinen Schmetterlings, gefährden bei massenhaftem Auftreten durch das Fressen der jungen Kiefernnadeln den Bestand der Bäume.
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